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Wirtschaft und Gesellschaft

Das Staatswappen von Peru

Bevölkerung:

Insgesamt:               35,5 Millionen   
In den Städten:        27,4 Millionen       77%
Auf dem Land:            8,1 Millionen       23%

Auch in Peru ist die Armut ländlich: von den Menschen auf dem Land gelten 69 Prozent als arm, von den Stadtbewohnern 31 Prozent. 

 

Wirtschaft:

Zentraler Wirtschaftsbereich Perus ist der Erzabbau. Die peruanischen Minen liegen bei vielen Metallen im lateinamerikanischen Vergleich ganz vorne; und auch im globalen Vergleich erreichen sie die ersten Plätze. Ob Platin, Tellur, Gold, Zink oder andere wichtige Metalle - der große Reichtum des Landes findet weltweit Abnehmer.

Doch dieser wichtige Wirtschaftszweig verursacht auch eine Vielzahl an Konflikten: die schärfsten Auseinandersetzungen der letzten Jahre beschäftigten sich mit der Kontrolle des Zugangs zu Ressourcen wie Erzen, Wasser, Boden, Fauna und Flora. Das betrifft insbesondere die indigenen ländlichen Gemeinden.

Die Probleme werden verursacht durch:

  • Ausbau des Straßennetzes im Regenwald und illegalen Holzeinschlag
  • Geldwäsche und Drogentransport
  • Werbung der Energiepolitik  für die Erzeugung von Bioenergie / Agroenergiepflanzen
  • Ausbeutung / Gewinnung von Kohlenwasserstoffen (Öl, Gas) in Amazonien
  • Sehr schwache Umwelt- und Forstbehörden
  • Technische Normen / Bestimmungen für den Verkehr werden durch den Einfluss der Holzindustrie ausgehebelt
  •  Weitgehender Mangel einer übergreifenden Forstpolitik
  • Der Wald ist der freien Initiative der Nutzer ausgesetzt
  • unklare Eigentumsverhältnisse für Bauern und indigene Gemeinden*

* Das Nutzungsrecht für eine Fläche bekommt man erst, nachdem man den Urwald gerodet hat! Dadurch wird viel Regenwald gerodet, um ihn In Besitz und in Bewirtschaftung zu nehmen. Statt einer nachhaltigen Bewiirtschaftung führt dies zu einer Nutzung, die schnell zu einer Degradierung der Böden führt.

 

Regenwald in Gefahr

Die Regierung plant Gesetzesvorhaben, um Waldgebiete in Amazonien zu verkaufen für den Anbau von Ölpalmen, Soja, Zuckerrohr und Bambus für die Erzeugung von Agrosprit. Das führt zu einer massiven Entwaldung und Bodenabtrag; profitieren würden davon wirtschaftliche Interessengruppen mit ihren Agrosprit-Projekten wie zum Beispiel die Grupo Romero.

Es droht eine Enteignung von Gemeindeland und Verkauf der Flächen für Waldanpflanzungen für ein gemeinsames Projekt mit Kanada, das intensiv um neue Holzproduktionsflächen bemüht ist. Ergebnis wäre eine Entwicklung wie in Chile, wo Primärwälder vernichtet wurden, um sie in Monokulturen mit Pino und Eucalyptus aufzuforsten.

Die große Verletzlichkeit des Sektors bleibt bestehen, solange nicht auf nationaler und internationaler Ebene Rechtssicherheit und Good Governance sichergestellt sind. Insbesondere fehlt in Europa noch immer ein Verbot des Imports von illegal gefälltem Tropenholz. Ein Gesetzentwurf des deutschen Umweltministeriums liegt seit zwei Jahren vor, doch er wird nicht behandelt.


Perus Regenwälder

Übersichtskarte Peru

 

Beim Bestand an Primär-Regenwäldern erreicht Peru in Südamerika den zweiten Platz nach Brasilien, weltweit Platz neun.

Etwa 90 % des peruanischen Waldgebietes befinden sich in der Selva.

Etwa 60% der Fläche Perus sind Regenwald, das sind mehr als 70 Mio. Hektar.

Aufgrund der Vielfalt seiner Ökosysteme und ihrer Biodiversität ist Peru eines der 12 megadiversen Länder der Welt.

Für eine Wiederaufforstung zur Verfügung stehende Flächen:  ca. 8.000.000 ha 

Die Entwicklung im Regenwald ist dramatisch:

In den letzten sieben Jahren sind über sechzig Prozent des aus Peru exportierten Holzes aus illegaler Abholzung; das verursachte wirtschaftliche Verluste, Schädigung der Wald/Holz-Ressourcen sowie Angriffe auf die indigenen Gemeinden (Land, Kultur und Bedrohung ihrer Eigenständigkeit?)

86 Prozent der Caoba-Bäume wurden illegal verkauft. Trotzdem dass die natürlich vorkommenden Caoba-Bestände immer weniger werden, werden sie "legal" exportiert.

Etwa 70 Prozent des Cedro wird illegal exportiert. Die illegale Abholzung von Cedro hat den historischen Höhepunkt der Exportmenge um über 600 Prozent überschritten. (Quelle: INRENA, 2008)

Auswirkungen der illegalen Abholzungen:

Gesellschaftlich / Sozial:

  • Verletzung der Rechte der indigenen Gemeinschaften
  • Armut und Gesundheitsprobleme
  • Zwangsarbeit
  • Ausbeutung

Ökologisch:

  • Entwaldung
  • Auswirkungen der veränderten Bodennutzung
  • Verlust an biologischer Vielfalt
  • Verschmutzung von Wasser und Boden
  • Eindringen in nationale Schutzgebiete

Wirtschaftlich:

  • Steuerflucht?
  • Geldwäsche
  • Holzhandel /transport
  • Verlust natürlicher Ressourcen